Suchkampagnen funktionieren nach einer klaren Logik: Ein Nutzer hat einen Bedarf, sucht aktiv bei Google und trifft dort auf eine passende Anzeige. Das funktioniert sehr gut, wenn bereits Nachfrage vorhanden ist. Es greift aber zu kurz, wenn potenzielle Kunden ein Produkt, eine Marke oder sogar die Lösung für ihr Problem noch gar nicht kennen.

Genau hier setzen Demand Gen Kampagnen an. Sie bringen visuelle Anzeigen in Umgebungen, in denen Nutzer entdecken, stöbern und Inhalte konsumieren – etwa auf YouTube und YouTube Shorts, in Discover und Gmail, auf Google Maps sowie im Google Displaynetzwerk. Gleichzeitig kann Demand Gen nicht nur auf Reichweite oder Klicks, sondern auch auf Conversions und Conversion-Wert optimiert werden.

Damit verbindet der Kampagnentyp zwei Welten: Die visuelle, zielgruppenorientierte Ansprache aus dem Social Advertising und die Daten-, Automatisierungs- und Gebotslogik von Google Ads. In diesem Guide erfährst du, wie Demand Gen funktioniert, welche Targeting- und Gebotsmöglichkeiten es gibt, welche Creatives du benötigst und wann der Kampagnentyp im Media-Mix sinnvoll ist.

Aktuell 2026: Display-Kampagnen ziehen zu Demand Gen um

Google führt seit Juni 2026 schrittweise ein Migrationstool ein, mit dem berechtigte Werbetreibende bestehende Display-Kampagnen in Demand Gen überführen können. Einen festen Abschaltungstermin für klassische Display-Kampagnen nennt Google aktuell noch nicht. Später sollen neue Display-Kampagnen nur noch innerhalb von Demand Gen erstellt und verbleibende geeignete Kampagnen automatisch migriert werden.

Was sind Demand Gen Kampagnen?

Demand Gen ist der visuell ausgerichtete Kampagnentyp von Google Ads für die Ansprache von Zielgruppen außerhalb der klassischen Suchergebnisse. Der Name steht für „Demand Generation“, also Nachfragegenerierung. Demand Gen ist aus den früheren Discovery-Kampagnen hervorgegangen, geht heute aber deutlich über deren ursprünglichen Umfang hinaus.

Der zentrale Unterschied zu Search liegt in der Ausgangssituation: Bei einer Suchkampagne reagierst du auf eine konkrete Suchanfrage. Bei Demand Gen definierst du Zielgruppen, Creatives, Ziele und – wenn gewünscht – Kanäle. Google AI übernimmt einen großen Teil der Ausspielungs- und Gebotsentscheidung innerhalb dieses Rahmens.

Demand Gen sollte deshalb nicht pauschal als reine Awareness-Kampagne verstanden werden. Der Kampagnentyp kann Nachfrage aufbauen, lässt sich über Ziel-CPA, Ziel-ROAS, „Conversions maximieren“ oder „Conversion-Wert maximieren“ aber ebenso performance-orientiert steuern.

Kurz gesagt: Search beantwortet vorhandene Nachfrage. Demand Gen kann Nachfrage aufbauen und aktivieren. Performance Max optimiert dagegen kanalübergreifend auf ein definiertes Performance-Ziel. Die Kampagnentypen konkurrieren deshalb nicht automatisch miteinander, sondern können unterschiedliche Aufgaben entlang der Customer Journey übernehmen.

Wo werden Demand Gen Anzeigen ausgespielt?

Demand Gen läuft auf den visuell geprägten Google-Oberflächen. Über die Kanaleinstellungen kann auf Anzeigengruppenebene gesteuert werden, ob Google automatisch alle verfügbaren Kanäle nutzt oder ob einzelne Kanäle und teilweise konkrete YouTube-Oberflächen ausgewählt werden.

Kanal Typische Ausspielung Einordnung
YouTube In-Stream, In-Feed, YouTube Shorts und weitere YouTube-Oberflächen Starker Video- und Creator-Fokus; Formate können gezielt auf Shorts oder andere Oberflächen zugeschnitten werden.
Discover Personalisierte Feeds auf Google-Oberflächen Visuelle Ansprache im Entdeckungsmodus.
Gmail Tabs „Werbung“ und „Soziale Netzwerke“ Native, feedartige Anzeigen in Gmail.
Google Maps Maps-Inventar Verfügbarkeit und Auslieferung hängen unter anderem von passenden Standort-Assets ab.
Google Displaynetzwerk Websites und Apps im GDN Display-Inventar ist inzwischen in Demand Gen integriert; auch reine GDN-Setups bleiben möglich.

Google empfiehlt für viele Setups die automatische Kanalauswahl, weil das Budget dann flexibel über das verfügbare Inventar verteilt werden kann. Die manuelle Auswahl von Kanälen ist vor allem dann sinnvoll, wenn Creatives bewusst für bestimmte Oberflächen produziert wurden oder eine saubere kanalbezogene Testlogik benötigt wird.

Demand Gen Targeting: Welche Zielgruppen lassen sich erreichen?

Demand Gen arbeitet nicht primär mit Keywords, sondern mit Zielgruppen und Signalen. Das macht den Kampagnentyp besonders interessant für Unternehmen, die bereits mit Audience-Strategien aus Meta Ads, YouTube oder Programmatic Advertising arbeiten.

In der Praxis werden mehrere Ansätze häufig kombiniert. Wichtig ist dabei weniger, möglichst viele Zielgruppenoptionen parallel zu aktivieren, sondern eine klare Hypothese zu formulieren: Wen soll die Kampagne erreichen, welches Creative passt zu dieser Zielgruppe und welches messbare Ziel soll daraus entstehen?

Custom Segments

Mit benutzerdefinierten Segmenten kannst du Zielgruppen anhand relevanter Interessen und Verhaltenssignale aufbauen. Je nach Setup können zum Beispiel Suchbegriffe oder Websites als Orientierung dienen. Damit lässt sich die Ansprache deutlich näher an Produktinteressen und Problemfeldern ausrichten als mit sehr breiten demografischen Merkmalen allein.

Eigene Daten und Remarketing-Signale

Besonders wertvoll sind First-Party-Daten: Bestandskunden, Website-Besucher oder Nutzer, die bereits mit YouTube-Inhalten interagiert haben, können als Ausgangspunkt für Zielgruppenstrategien dienen. Solche Daten sind zugleich eine wichtige Basis für ähnliche Segmente.

Optimierte Ausrichtung

Bei der optimierten Ausrichtung kann Google die ausgewählten Zielgruppen erweitern, wenn das System zusätzliche Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit für das Kampagnenziel erkennt. Das kann Reichweite und Conversion-Volumen erhöhen, reduziert aber bewusst die Strenge der ursprünglich definierten Zielgruppe.

Ähnliche Segmente (Lookalikes)

Ähnliche Segmente übertragen die Logik klassischer Lookalike Audiences auf Demand Gen: Eine hochwertige Quellliste dient als Signal, um weitere Nutzer mit vergleichbaren Merkmalen zu finden. Das ist besonders interessant, wenn bereits ausreichend eigene Daten aus Kundenlisten, Website-Nutzung oder Video-Interaktionen vorhanden sind.

Wichtig: Lookalikes ändern sich 2026: Google stellt ähnliche Segmente im Laufe des Jahres 2026 schrittweise auf einen Vorschlagsmodus um. Dadurch können Quellliste und Ähnlichkeitsstufe als Signale statt als harte Reichweitengrenzen verwendet werden. Das System kann also auch relevante Nutzer außerhalb der klassischen Schwellen erreichen. Laut Google gilt im neuen Modell auch die frühere Mindestgröße von 100 Personen für Quelllisten nicht mehr. Da der Rollout schrittweise erfolgt, kann sich das Verhalten je nach Konto noch unterscheiden.

Demand Gen Anzeigenformate und Asset-Spezifikationen

Demand Gen ist ein Creative-getriebener Kampagnentyp. Je mehr relevante Seitenverhältnisse und Formate sauber abgedeckt sind, desto flexibler kann Google die Anzeige auf unterschiedlichen Placements ausspielen. Gleichzeitig sollte nicht einfach möglichst viel Material hochgeladen werden: Entscheidend sind klare Botschaften, starke visuelle Einstiege und Creatives, die zum jeweiligen Nutzungskontext passen.

Grundsätzlich stehen unter anderem Einzelbildanzeigen, Karussellanzeigen, Videoanzeigen, Produktfeed-Formate und – durch die Integration des Displaynetzwerks – hochgeladene Displayanzeigen zur Verfügung.

Text-Assets

Asset Vorgabe Anzahl Erforderlich
Finale URL max. 2.048 Zeichen 1 Ja
Unternehmensname max. 25 Zeichen 1 Ja
Call-to-Action automatisch 1 Ja
Anzeigentitel max. 40 Zeichen 1-5; empfohlen 5 Ja
Textzeilen max. 90 Zeichen 1-5; empfohlen 3 Ja

Für die Auslieferung im Displaynetzwerk sollte mindestens ein Anzeigentitel 30 Zeichen oder kürzer sein. Andernfalls kann die Anzeigeneffektivität als „Unvollständig“ eingestuft werden.

Bild- und Logo-Spezifikationen

Asset Ratio Mindestgröße Empfohlen Format Max.
Logo 1:1 144 × 144 px 1.200 × 1.200 px JPG, PNG 150 KB
Bild Quadrat 1:1 300 × 300 px 1.200 × 1.200 px JPG, PNG 5 MB
Bild Querformat 1,91:1 600 × 314 px 1.200 × 628 px JPG, PNG 5 MB
Bild Hochformat 4:5 480 × 600 px 960 × 1.200 px JPG, PNG 5 MB
Bild Hochformat 9:16 600 × 1.067 px 1.080 × 1.920 px JPG, PNG 5 MB

Das 9:16-Format ist besonders für YouTube Shorts relevant. Wichtige Texte, Logos und zentrale Motive sollten innerhalb der Safe Zones liegen, damit Bedienelemente der Plattform nichts verdecken.

Video-Spezifikationen

Ausrichtung

Ratio Empfohlene HD-Auflösung Hinweis

Quadrat

1:1 1.080 × 1.080 px 10-60 Sek. empfohlen

Querformat

16:9 1.920 × 1.080 px 10-60 Sek. empfohlen

Hochformat

4:5 1.080 × 1.350 px 10-60 Sek. empfohlen

Hochformat

9:16 1.080 × 1.920 px 10-60 Sek. empfohlen; ideal für Shorts

Google nennt für Video-Uploads MPG im MPEG-2- oder MPEG-4-Format, eine maximale Dateigröße von 256 GB und eine Mindestvideodauer von 5 Sekunden. Videos unter 10 Sekunden können nicht als In-Stream-Anzeige auf YouTube ausgeliefert werden.

Hochgeladene Displayanzeigen

Format

Abmessungen

Mobile Leaderboard

320 × 50 px

Leaderboard

728 × 90 px

Large Leaderboard

970 × 90 px

Medium Rectangle

300 × 250 px

Large Rectangle

336 × 280 px

Wide Skyscraper

160 × 600 px

Half Page

300 × 600 px

Für statische hochgeladene Displayanzeigen nennt Google JPG, PNG und nicht animierte GIFs bei maximal 150 KB. HTML5-Anzeigen können je nach Voraussetzungen ebenfalls im Display-Inventar von Demand Gen eingesetzt werden.

Creative-Empfehlung: Nicht ein Master-Creative auf alle Formate zuschneiden. Besser: Botschaft und Bildaufbau je Seitenverhältnis neu denken. 9:16 braucht einen schnellen mobilen Einstieg, 1:1 muss auch klein funktionieren und 16:9 beziehungsweise 1,91:1 benötigt klare horizontale Bildführung.

Welche Gebotsstrategien gibt es bei Demand Gen?

Die Gebotsstrategie sollte direkt aus dem Kampagnenziel abgeleitet werden. Google unterscheidet bei Demand Gen zwischen effizienz-, volumen- und klickbasierten Strategien.

Zielrichtung Gebotsstrategie Optimierungslogik
Effizienz Ziel-CPA Möglichst viele Conversions zum definierten Ziel-CPA
Effizienz Ziel-ROAS Möglichst hoher Conversion-Wert zum definierten Ziel-ROAS
Volumen Conversions maximieren Möglichst viele Conversions innerhalb des Budgets
Volumen Conversion-Wert maximieren Möglichst hoher Conversion-Wert innerhalb des Budgets
Traffic Ziel-CPC Möglichst viele Klicks zum definierten durchschnittlichen CPC
Traffic Klicks maximieren Möglichst viele Klicks innerhalb des Budgets

Was ist für die Lernphase wichtig?

Demand Gen benötigt genügend Daten, damit die automatische Optimierung stabil arbeiten kann. Besonders bei Conversion-orientierten Setups sollte deshalb nicht zu kleinteilig strukturiert werden.

  • Budget: Google empfiehlt bei Ziel-CPA-Strategien ein Tagesbudget von mindestens dem Zehnfachen des Ziel-CPA.
  • Conversion-Volumen: Als Orientierung nennt Google mindestens 50 Conversions, bevor die Kampagne eine belastbare Grundlage für die Optimierung aufgebaut hat.
  • Änderungen: In der initialen Lernphase sollten größere Eingriffe vermieden werden. Danach empfiehlt Google schrittweise Anpassungen von etwa 5 bis 10 Prozent pro Woche und insgesamt nicht mehr als etwa 15 Prozent auf einmal.
  • Zielklarheit: Bewertet werden sollte primär der Messwert, auf den die Gebotsstrategie optimiert. Eine Kampagne mit „Conversions maximieren“ sollte nicht gleichzeitig an einem kurzfristig starren CPA-Ziel gemessen werden.
  • Konsolidierung: Zu viele Anzeigengruppen verteilen Signale und Conversion-Daten unnötig. Eine schlanke Struktur hilft dem System beim Lernen.

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Demand Gen vs. Performance Max und Search: Was ist der Unterschied?

Demand Gen ist weder „Search mit Bildern“ noch „Performance Max light“. Die drei Kampagnentypen unterscheiden sich vor allem darin, welches Nutzersignal am Anfang steht und wie viel Kontrolle über Kanäle, Zielgruppen und Creatives benötigt wird.

Kriterium Search Performance Max Demand Gen
Grundprinzip Vorhandene Nachfrage abgreifen Kanalübergreifend auf Performance optimieren Nachfrage aufbauen und aktivieren
Zentrales Signal Suchanfrage / Keyword Ziele, Conversion-Daten, Assets und Audience Signals Zielgruppen, Creatives, Conversion-Signale und Kanäle
Kanalsteuerung Search-Inventar Breite automatische Ausspielung über Google-Inventar Automatisch oder gezielt über Channel Controls
Creative-Fokus Eher text- und feedgetrieben Mittel bis hoch Sehr hoch; Bild und Video im Zentrum
Typischer Fit THINK / DO THINK / DO, je nach Ziel breiter SEE / THINK, mit klaren DO- und Re-Engagement-Anwendungen

Für viele Konten ist die Kombination sinnvoll: Demand Gen erzeugt oder verstärkt Interesse, Search nimmt konkrete Suchnachfrage auf und Performance Max kann conversion-orientiert über mehrere Google-Kanäle skalieren. Entscheidend ist, dass Ziele, Zielgruppen und Erfolgsmessung der Kampagnen sauber voneinander abgegrenzt sind.

Wie lassen sich Demand Gen Kampagnen messen und auswerten?

Demand Gen kann direkte Conversions erzeugen. Gleichzeitig findet ein Teil der Wirkung früher in der Customer Journey statt. Eine reine Last-Click-Betrachtung greift deshalb bei vielen Setups zu kurz – vor allem bei Video- und Feed-Kontakten, die Nachfrage anstoßen, aber nicht unmittelbar den letzten Klick vor der Conversion liefern.

Ebene Mögliche Messwerte Kernfrage
Direkte Performance Conversions, Conversion-Wert, CPA, ROAS, Klicks Passt die Kampagne zum gewählten Gebotsziel?
Journey-Beitrag Attributionsberichte, datengetriebene Attribution, Klick- und Videointeraktionen Welche Rolle spielt Demand Gen innerhalb längerer Conversion-Pfade?
Demand-Effekt Brand Search, Direct Traffic, Search Lift, Brand Lift, Conversion Lift Steigt Nachfrage oder inkrementelle Wirkung außerhalb des letzten Klicks?

Die datengetriebene Attribution kann Interaktionen aus Demand Gen in den Conversion-Pfad einbeziehen und ist damit für die Bewertung meist aussagekräftiger als eine reine Last-Click-Logik. Bei Video können zudem Engaged-view Conversions relevant sein.

Brand Search und Direct Traffic sind nützliche Begleitsignale, aber kein alleiniger Kausalitätsnachweis. Wer den tatsächlichen inkrementellen Effekt messen möchte, sollte – sofern im Konto verfügbar und das Volumen ausreicht – mit Lift-Studien und sauberen Experimenten arbeiten. Brand Lift ist bei Demand Gen nur für bestimmte Konten beziehungsweise nach Freigabe verfügbar.

Wo wirkt Demand Gen im SEE-THINK-DO-CARE-Modell?

Das SEE-THINK-DO-CARE-Framework hilft dabei, Demand Gen nicht nur technisch, sondern strategisch einzuordnen. Der stärkste Fit liegt weiterhin in der SEE- und THINK-Phase. Durch Conversion-Gebote, Remarketing und Re-Engagement-Ziele kann Demand Gen aber auch in DO und CARE eine Rolle übernehmen.

Phase Rolle von Demand Gen Typische Umsetzung
SEE Aufmerksamkeit und Nachfrage aufbauen Breitere Zielgruppen, starke Video- und Bild-Creatives, hohe visuelle Wiedererkennbarkeit
THINK Interesse konkretisieren Custom Segments, ähnliche Segmente, problem- oder nutzenorientierte Creatives
DO Handlung auslösen Conversion-orientierte Gebote, Remarketing, Produktfeeds, konkrete Angebote
CARE Bestehende Kunden erneut aktivieren Re-Engagement, passende First-Party-Segmente, Folgeprodukte oder Wiederkauf

Wichtig ist dabei die Rollenverteilung im Konto: Demand Gen muss Search oder Shopping nicht ersetzen. Gerade im DO-Bereich können Such- und Shopping-Kampagnen konkrete Kaufabsicht oft direkter abschöpfen. Demand Gen ergänzt diese Logik, indem es Nachfrage früher erzeugt, weiterentwickelt oder Nutzer erneut aktiviert.

Mehr zum STDC-Framework

Wann sind Demand Gen Kampagnen sinnvoll?

Demand Gen ist besonders interessant, wenn eine Kampagne nicht nur auf vorhandene Suchnachfrage angewiesen sein soll und genügend kreative Assets zur Verfügung stehen. Typische Einsatzfelder sind:

  • Markenbekanntheit aufbauen, wenn Unternehmen oder Angebot in der Zielgruppe noch wenig bekannt sind.
  • Neue Produkte oder Dienstleistungen einführen, für die bisher nur geringe Suchnachfrage existiert.
  • Social-Media-Strategien in das Google-Ökosystem erweitern – besonders mit starken Video-, Creator- oder Lookalike-Ansätzen.
  • Remarketing und Re-Engagement visuell ausbauen, ohne sich auf klassische Display-Banner zu beschränken.
  • E-Commerce-Kampagnen mit Produktfeeds und visuellen Creatives kombinieren.

Die Grenzen von Demand Gen Kampagnen

Demand Gen ist kein Selbstläufer. Ohne ausreichend gutes Creative-Material, sauberes Conversion-Tracking und eine klare Zielgruppenlogik kann der Kampagnentyp schnell viel Reichweite erzeugen, ohne den gewünschten Geschäftseffekt zu liefern. Auch zu frühe Eingriffe in die Lernphase können die Optimierung ausbremsen.

Wenn kurzfristig ausschließlich bestehende, sehr konkrete Kaufabsicht abgegriffen werden soll, sind Search oder Shopping häufig die direkteren Instrumente. Bei parallelem Einsatz von Demand Gen und Performance Max sollte außerdem darauf geachtet werden, dass Zielsetzung und Erfolgskriterien klar definiert sind. Überschneidungen im Inventar sind möglich und nicht automatisch problematisch – ohne saubere Rollenverteilung wird die Auswertung aber unnötig schwer.

Fazit: Demand Gen schließt die Lücke vor und neben der Suche

Demand Gen erweitert Google Ads um eine Logik, die lange vor allem aus Social Advertising bekannt war: Nutzer werden nicht erst angesprochen, wenn sie aktiv suchen, sondern bereits während der Entdeckung und Meinungsbildung. Gleichzeitig ist der Kampagnentyp inzwischen deutlich performance-orientierter und steuerbarer als die frühere Discovery-Logik.

Die Stärke liegt deshalb nicht darin, Search, Shopping oder Performance Max zu ersetzen. Demand Gen ergänzt den Media-Mix: mit visuellen Creatives, zielgruppenorientierter Ansprache, Channel Controls und Gebotsstrategien für Traffic, Conversions und Conversion-Wert. Wer den Kampagnentyp sauber in die Customer Journey einordnet, ausreichend Creative-Varianten bereitstellt und die Lernphase respektiert, kann Nachfrage aufbauen, aktivieren und messbar weiterentwickeln.

Jakob Lengfeld

Jakob Lengfeld ist Online Marketing Manager bei der Performance-Marketing-Agentur Admospherics in Bremen. Seit 2023 ist er Teil des Teams und beschäftigt sich mit datengetriebenem Performance Marketing, insbesondere im Bereich Google Ads und Marketing-Reporting. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf der strategischen Konzeption und Optimierung von Google-Ads-Kampagnen sowie der Entwicklung datenbasierter Auswertungs- und Reportingstrukturen via dem Looker Studio. Dabei verbindet er strukturierte Kampagnenarchitektur, datengetriebene Analyse und kontinuierliche Optimierung entlang klar definierter Performance-Ziele. Zu seinen zentralen Arbeitsfeldern gehören Google Ads (Search, Display, YouTube und Performance Max), Kampagnenarchitektur, Conversion-Optimierung (CRO) sowie datenbasierte Performance-Analysen. Er arbeitet mit Funnel-basierten Marketingmodellen und nutzt hypothesengetriebene Optimierungsansätze, um Kampagnen systematisch zu verbessern. Im Agenturumfeld betreut Jakob Lengfeld Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter E-Commerce-Unternehmen, Online-Shops, Unternehmensberatungen, Industrieunternehmen sowie Organisationen aus der IT-Branche. Dabei verbindet er strategische Planung mit operativer Kampagnensteuerung und datenbasierter Analyse.

Zertifizierungen

  • Google Ads Zertifizierung für Videowerbung
  • Google Ads Zertifizierung „KI-basierte Shopping-Anzeigen“
  • Zertifizierung für Google Ads-Suchmaschinenwerbung
  • Zertifizierung für App-Marketing mit Google Ads
  • Google Ads-Zertifizierung für Displaywerbung