Wie läuft das eigentlich heutzutage mit Stellenanzeigen? Eine Einleitung schreiben, die Aufgaben und Anforderungen darlegen, die Vorteile des neuen Arbeitgebers hervorheben, auf die Konditionen eingehen, „Jetzt veröffentlichen“ drücken und schon hagelt es Bewerbungen?

Diesen Luxus kennen – wenn überhaupt – nur noch Top-Arbeitgebermarken wie Google, BMW oder Lufthansa. Das Veröffentlichen von neuen Stellenanzeigen, auf den diversen Plattformen und in entsprechenden Apps, nach dem Prinzip „Post-and-Pray“ funktioniert schon lange nicht mehr so gut wie noch vor 10 Jahren. Relevante Kandidaten sind immer schwerer zu finden und viele Unternehmen haben sehr große Probleme damit, qualifizierte Mitarbeiter*innen überhaupt erst einmal auf sich aufmerksam zu machen. Hinzu kommt der „War for Talents“, denn das Problem mit den Bewerbungen haben heutzutage viele Arbeitgeber und qualifizierte Kandidaten sind sehr gefragt. Unternehmen erleben daher aktuell einen spürbaren Rückgang der Bewerberzahlen über klassische Stellenanzeigen (Print und Stellenbörsen / Portale).

Eventuell ist es an der Zeit neue Wege einzuschlagen und ganz gezielt auf offene Stellen aufmerksam zu machen, als weiterhin im endlosen Strom von Stellenanzeigen unterzugehen. Genau diese Aufgabe übernimmt das Performance Marketing. Dabei wird im Detail ermittelt, welcher Marketing-Kanal sich, mit welcher Botschaft, zur Rekrutierung eignet und wo das Werbebudget keine Früchte trägt. Auf der Basis kann das Budget bestmöglich umverteilt und Streuverluste minimiert werden. Das Ganze ist auch darüber hinaus zu 100% messbar und transparent.

Nachfolgend möchten wir auf zwei mögliche Online-Marketing-Kanäle, für zielführende Recruiting Kampagnen und die entsprechenden Vorteile, eingehen.

Was ist überhaupt Performance Marketing?

Um verstehen zu können, warum Performance Marketing sich so gut für Recruiting Kampagnen eignet, muss erst einmal klar sein, was Performance Marketing überhaupt ist. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich beim Performance Marketing alles um die Optimierung der Kampagnenperformance. In diesem Fall also um die nachhaltige Steigerung von Bewerbungen, in Relation zum eingesetzten Werbebudget. Dafür setzen wir, als Performance Marketing Agentur, auf die datengetriebene Optimierung von Kampagnen, ziehen sämtliche erhobenen Daten (offline und online) heran und vergleichen die Performance von Kampagnen kanalübergreifend, um die Effizienz der Kampagnen fortlaufend zu optimieren. Viele Unternehmen sitzen sprichwörtlich auf Datenschätzen, ohne zu wissen, wie sie diese für ihr Recruiting einsetzen können.

Mehr Informationen zur Unterscheidung zwischen dem „klassischen“ Online Marketing und dem Performance Marketing gibt es in unserem Beitrag „Was ist was: Online Marketing“.

Nachfolgend möchten wir auf zwei mögliche Online-Marketing-Kanäle, für zielführende Recruiting Kampagnen und die entsprechenden Vorteile, eingehen.

Recruiting Kampagnen via Google Ads

Recruiting-Anzeigen direkt bei Google schalten – macht das überhaupt Sinn? Circa 1,2 Millionen Werbetreibende nutzen weltweit Google Ads als Marketinginstrument. Meta-Studien haben gezeigt, dass 89% des Traffics, der durch Google Ads Anzeigen entsteht, nicht durch organische Klicks ersetzt wird, wenn Kampagnen deaktiviert werden. Dies lässt sich primäre dadurch erklären, dass viele Unternehmen – zu relevanten Suchbegriffen – überhaupt nicht bei Google zu finden sind (Stichwort: SEO). Das führt unter Umständen dazu, dass Bewerber*innen das eigene Unternehmen bei ihrer Google-Recherche nicht finden. Teilweise suchen Nutzer nämlich gar nicht nach z.B. einem „Marketing Job“, sondern nach entsprechenden Agenturen in der Region und bewerben sich dort direkt über die Website (teilweise eben auch proaktiv / per Initiativbewerbung).

Professionelle Recruiting Kampagnen bei Google Ads bringen diverse Vorteile mit sich, auf die wir im Folgenden einmal kurz eingehen.

Die 5 wesentlichen Vorteile von Recruiting Kampagnen bei Google Ads:

  • Intrinsische Motivation: Google Nutzer machen sich aktiv und vollkommen eigenständig (von innen heraus) auf die Suche nach einem neuen Job / Arbeitgeber. Darüber hinaus sind Google Nutzer deutlich weiter im Entscheidungsprozess. Dadurch ist die Chance einer Conversion (Bewerbung) deutlich größer.
  • Messbare Ergebnisse: Google Ads Kampagnen können bis ins kleinste Detail ausgewertet und entsprechende Kampagnen datengetrieben optimiert werden. Dabei können unter anderem die nachfolgenden Messgrößen herangezogen werden: (1) Suchanfragen, (2) Conversion-Raten in Form von abgeschickten Bewerbungen, (3.) Klick- bzw. Nutzerzahlen, (4) Tageszeiten, (5) Regionen, (6) Endgeräte, (7) Verhalten auf der Zielseite und vieles mehr.
  • Minimale Streuverluste: Durch die richtige Auswahl der Keywords und die fortlaufende Optimierung der Kampagnen, werden mögliche Streuverluste kurz- bis mittelfristig minimiert. Kampagnen werden ausschließlich zu relevanten Anfragen geschaltet, damit das Werbebudget auch wirklich bei der definierten Zielgruppe ankommt.
  • Erfolgsorientiert: Die Abrechnung bei Google Ads erfolgt nach Klickpreisen. Das bedeutet, dass Unternehmen nur dann einen vordefinierten und beeinflussbaren Klickpreis (CPC = Cost-per-Click) zahlen, wenn ein potenzieller Bewerber auf die Anzeige klickt. Man zahlt also keinen festen Betrag, um anschließend in einer endlos langen Liste von Stellenanzeigen zu erscheinen (Post-and-Pray).
  • GEO-Targeting: Bei Google Ads können Kampagnen direkt auf einen gewünschten Umkreis (Kilometer oder Fahrminuten) oder vordefinierte Regionen (Bundesländer, Städte, Stadteile, Postleitzahlen, etc.) beschränkt werden. Dadurch sehen nur Personen, die sich in der entsprechenden Region befinden, die Stellenangebote. Dadurch werden erneut Streuverluste vermieden und Werbebudget eingespart.

Praxisbeispiel für Recruiting Kampagnen bei Google Ads

Bei Google suchen aktuell jeden Monat (Stand: November 2020) circa 1.500 Nutzer nach Stellenangeboten für Softwareentwickler. Der prognostizierte Klickpreis beträgt dabei knapp 2,00€. Schaltet ein Unternehmen, welches auf der Suche nach einem/einer Softwareentwickler*in ist, also zu dem Keyword „Softwareentwickler Jobs“ Anzeigen, können potenzielle Bewerber diese direkt bei Google ansteuern und so auf die Website bzw. die Stellenausschreibung gelangen. Darüber hinaus kann sich das Unternehmen auf der eigenen Website optimal darstellen und zahlreiche Zusatzinformationen bereitstellen, die für Bewerber interessant sein können. Bei einer Klickrate von 5% würden jeden Monat 75 Interessenten, für gerade einmal 150€, auf die Website geleitet werden.

Im Rahmen der fortlaufenden sowie datengetriebenen Optimierung wird dann z.B. geschaut, welche Keyword-Kombinationen, zu welcher Tageszeit und in welcher Region die meisten Bewerbungen (Conversions) generiert haben. Mit 150€ kommt man in großen Portalen (StepStone und Co.) nicht weit, denn dort kosten entsprechende Funktionen / Anzeigen in der Regel mehr als 1.000€/Monat. Darüber hinaus ist, in solchen Portalen, die nächste Stellenanzeige vom Konkurrenten nur einen Klick entfernt.

Wenn ein Unternehmen, in genau dem Moment, in dem ein Interessent nach einem entsprechenden Job sucht, bei Google erscheint, steigert dies die Sichtbarkeit des Unternehmens und die Chance auf eine Bewerbung.

Sie möchten wissen, wie oft bei Google nach Ihren offenen Stellen gesucht wird und ob sich Recruiting Kampagnen bei Google für Ihr Unternehmen lohnen? Melden Sie sich einfach und wir besprechen das bestehende Potential im Rahmen unserer kostenlosen Erstberatung!

Recruiting Kampagnen in sozialen Medien

Facebook, Instagram, LinkedIn & Co. – Social-Media-Kampagnen eignen sich hervorragend, um latent interessierte Nutzer anzusprechen, die mit ihrem aktuellen Job unzufrieden sind oder mit dem Gedanken spielen, den Arbeitgeber zu wechseln. Mit durchdachten Kampagnen können auch solche Nutzer überzeugt werden, die vorher gar nicht an einen neuen Job gedacht haben. Eine entsprechende Kampagne kann also dazu beitragen, latent interessierten Nutzer proaktiv auf offene Stellen aufmerksam zu machen. Die Gruppe der latent interessierten Menschen ist dabei deutlich größer als z.B. die der aktiv Suchenden bei Google Ads. Dafür sind diese jedoch auch nicht so weit im Entscheidungsprozess und benötigen mehr „Aufwand“ bzw. Finesse, um zu einer Bewerbung motiviert zu werden.

Der Grundgedanke ist hier natürlich auch ein komplett anderer. Nutzer in sozialen Medien, wie Facebook, Instagram oder LinkedIn werden z.B. in ihrem Feed auf eine Stellenanzeige aufmerksam gemacht, nach der sie gar nicht aktiv gesucht haben. Für den Erfolg einer solchen Kampagne ist es daher enorm wichtig, die Zielgruppe so detailliert wie möglich abzubilden und das Targeting sehr genau einzustellen. Nur wer seine Zielgruppe kennt und eine interessante Geschichte zu erzählen hat, kann hier für sich punkten.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Nutzer direkt mit dem Unternehmen interagieren können (Kommentar- und Chatfunktion) und so auf erste Rückfragen eingegangen werden kann (Community Management). Darüber hinaus können Nutzer auch direkt Freunde markieren oder entsprechende Anzeigen teilen. Die Ergebnisse von Social-Media-Kampagnen sind dabei genauso transparent, wie dies bei Google Ads der Fall ist.

Die Vorteile von Recruiting Kampagnen in sozialen Medien

Auch Recruiting Kampagnen in sozialen Medien haben entscheidende Vorteile, die sich klar von anderen Marketing Kanälen unterscheiden. Der primäre Vorteil sind die sehr detaillierten Targeting-Optionen. Das bedeutet, es können z.B. gezielt Nutzer mit bestimmten Positionen (ehemals Berufsbezeichnungen) ausgewählt werden.

Darüber hinaus fallen die Kontaktpreise in sozialen Medien, im Vergleich zu anderen Kanälen, in der Regel deutlich geringer aus. Es können also mehr Nutzer, mit dem gleichen Budget, erreicht werden. Letztlich erhält man in sozialen Medien unglaublich viele demografische Informationen zu seiner Zielgruppe, die man für andere Kampagnen und Werbemittel einsetzen kann.

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